Mit Arnold Stadler und Mark Tobey begann diese Reihe. Stadlers Buch „Mein Leben mit Mark - Unterwegs in der Welt des Malers Mark Tobey“ hat uns in die Reihe BILD & WORT katapultiert. Auch die letzte Ausstellung von Armin Hartenstein mit seinen Freunden - gewidmet dem Schriftsteller Emanuel Bove - Mes Amis - war höchst spannend und der Besuch der Veranstaltungen überbordend.
Die Frage vor längerer Zeit, vom jungen Pfarrer Kevin Hosmann, ob ich mir vorstellen könne mich an einem Projekt Kunst und Kirche der Lutherkirche hier in Singen zu Rainer Maria Rilkes 100/150 Jahresfeiern zu beteiligen, es zu kuratieren, fand ich nach einigem Zögern dann doch ganz spannend und sagte zu - die Trilogie Rainer Maria Rilke war geboren.
Vielfältige Sekundärliteratur und Auslegung gibt es zu Rilkes literarischem Werk. Sehr lesenswert auch „Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben“, die neue Rilke-Biographie von Sandra Richter.
Äußerst interessant, für mich ausschlaggebend war/ ist jedoch Rilkes Zugang, seine Wahrnehmung von Kunst. Lange Aufenthalte in Worpswede mit Beziehungen zu Künstlern wie Clara Westhoff, seine spätere Ehefrau, Paula Modersohn-Becker oder in Paris, als Sekretär von Rodin, sowie sein Briefwechsel mit Cezanne, teilweise aufgenommen in seine Bildbetrachtungen. Daraus ergab sich die Frage, wie nimmt die heutige Künstlergeneration den Schriftsteller Rilke wahr - eine Frage, die ich an einige Künstler weitergab - es entstand die Ausstellung
»Rilkes Bildbetrachtungen 'umgekehrt'
- Künstler der Gegenwart betrachten Rilke«
Ausstellung - Chihiro Shimotani | Claude Wall I FEROSE I
Gabriel Zlatanovic | Markus Brenner | Ralph Dobratz | Sonia Steidle
Eröffnung ausnahmsweise Sonntag 22. März um 11 Uhr
Alle Künstler kommen aus unserem westlichen Kulturkreis, außer Chihiro Shimotani, dem international bekannten japanischen Konzeptkünstler, der in seinem Werk immer wieder die Inspiration und Auseinandersetzung in der westlichen Philosophie und Literatur sucht, von ihm wird ein neuerer Werkzyklus „III XVIII O2 Rilke XX XXIX“ Rilke gewidmet, präsentiert, den wir schon 2016 teilweise zeigen durften. Shimotani lebt in Japan und wird dieses Mal nicht hier sein können, deshalb die kurze Anmerkung.
Wir sind gespannt auf diese unterschiedlichen künstlerischen Interpretationen und Auseinandersetzungen mit einem gemeinsamen Inhalt und hoffen auch Ihre Neugier geweckt zu haben, denn - die Auseinandersetzung mit Kunst und Literatur schafft Raum für Nachdenklichkeit und weitet den Blick. Sie eröffnet Perspektiven, die im Getöse der Nachrichten oft untergehen oder - um Rilke zu zitieren „Ich lerne sehen. Ich weiß nicht woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer am Ende war“ aus die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge.
Einige Künstler werden anwesend sein, wir alle freuen uns auf Sie, auf Ihre Neugier
Ihre Helena Vayhinger
Die Einladung der Lutherkirche zur besonderen Rilke Trilogie folgt in Kürze. „Glauben“ Sie mir bitte als Kirchen-Unabhängige, es lohnt sich diese ungewöhnlich offene Singener Kirchengemeinde bei diesem außergewöhnlichen Anlass kennenzulernen. Es sind zusätzlich weitere Veranstaltungen in der Galerie geplant, auch diese Details in Kürze.